Die Geistige Heilung als religiöse Einwirkung zwischen dem göttlichen Bereich und den Menschen

PSYCHOWISSENSCHAFTLICHE GRENZGEBIETE Ausgesuchte Veröffentlichungen aus verschiedenen Bereichen psychowissenschaftlicher Forschung Internet: http://www.psychowissenschaften.de Quelle: Wegbegleiter, August 2003, Unabhängige Zeitschrift zur Wiederbesinnung auf das Wesentliche. Verlag Martin Weber, Fabrikstraße 1, D-77746 Schutterwald Prof. Dr. rer. nat. Werner Schiebeler Die Geistige Heilung als religiöse Einwirkung zwischen dem göttlichen Bereich und den Menschen. Werner Schiebeler, Prof. Dr. rer. nat., geb. 1923 in Bremen. Studium der Physik in Göttingen. 1955 Promotion mit einer Arbeit am Max-Planck-Institut für Strömungsforschung in Göttingen. Von 1955-1965 Tätigkeit in der Elektroindustrie, davon sieben Jahre als Leiter einer Entwicklungsabteilung für elektronische Fernschreibtechnik. Ab 1965 Dozent für Physik und Elektronik an der Staatlichen Ingenieurschule in Ravensburg, der heutigen FH Ravensburg-Weingarten. 1983 Eintritt in den Ruhestand. Neben den naturwissenschaftlich-technischen Lehrfächern vertrat er seit 1969 in regelmäßigen Sondervorlesungen an der FH Ravensburg-Weingarten auch das Lehrgebiet Parapsychologie und Parapsychophysik und veröffentlichte zahlreiche Zeitschriftenartikel, sowie Broschüren und Bücher über verschiedenste parapsychologische Themen. Daneben erschienen über das "Institut für den wissenschaftlichen Film", Göttingen von ihm zwei Filme über "Paranormale Heilmethoden auf den Philippinen". Hierfür erhielt er 1974 von der "Associazone Italiana Scientifica di Metapsichica" den "Ernesto Bozzano-Preis" und 1988 den "1. Schweizer Preis" von der "Schweizerischen Stiftung für Parapsychologie". Inhaltsverzeichnis Was ist Geistige Heilung? 2 Die Geistige Heilung in der Religion 3 Die Geistige Heilung im Urchristentum 4 Die Geistige Heilung an Wunderstätten 5 Wunderheilung während eines Traums 7 Der göttliche Heilstrom 9 Die Geistige Heilung als Ergänzung der Schulmedizin 11 Wie bringt man einen Pfarrer zum Heilungsgebet? 12 Wie kann man sich selbst helfen? 13 Die Suche nach einem gottesfürchtigen Heiler 14 Literaturangaben 15

- 2 - Was ist Geistige Heilung? Von alters her gibt es bei Naturvölkern und Kulturvölkern Heilkundige, die bei Mensch und Tier Krankheiten auf eine Art und Weise behandeln, die von unserer Schulmedizin und auch der bei uns gebräuchlichen Naturheilkunde sehr weit entfernt ist. Sie bedienen sich dabei paranormaler Heilmethoden. Man spricht auch von der sogenannten Geistigen Heilung. Bei ihr treten Vorgänge zutage, wie sie bei anderen paranormalen Geschehnissen ebenfalls beobachtet werden können. Man ordnet diese Vorgänge heutzutage der Wissenschaft der Parapsychologie zu. Im folgenden soll unter der Geistigen Heilung (oder paranormalen Heilung) eine Heilung von Körperschäden oder Krankheiten verstanden werden, bei der keine der üblichen Heilmethoden angewendet wird, die nicht nach bekannter medizinischer Erfahrung verläuft, und die auch nicht nur durch Suggestion oder Autosuggestion erklärbar ist. Statt dessen tritt bei einer solchen Heilung der Geist eines menschlichen Heilers oder einer nichtirdischen Persönlichkeit, meist verbunden mit dem innigen Wunsch des Kranken, aktiv in Tätigkeit und bewirkt bei erfolgreichen Fällen oft in kurzer Zeit eine vollständige oder teilweise Heilung der Krankheit. Wie diese Einwirkung physikalisch stattfindet ist unbekannt, ebenso ob weitere Faktoren von Bedeutung und Wichtigkeit sind. Nach den bisherigen Erfahrungen scheint es jedoch von Vorteil zu sein, aber auch nicht unbedingt erforderlich, wenn der Kranke der Geistigen Heilung aufgeschlossen gegenübersteht, wenn er sie für möglich hält, wenn er selbst mitarbeitet, wenn er also durch Autosuggestion (wie man das nennt) ein zusätzliches Heilungsgeschehen in Gang setzt. Grundsätzlich ist das aber nicht erforderlich. • Die Geistige Heilung gelingt auch bei Säuglingen, Tieren und Menschen, die überhaupt nicht wissen, daß sie dieser Behandlungsmethode unterworfen werden.

- 3 - Die Geistige Heilung in der Religion Die Geistige Heilung ist überwiegend im religiösen Bereich angesiedelt, also dort, wo man das Hereinwirken außerirdischer oder göttlicher Kräfte annimmt oder zumindest für möglich hält. Bei antiken Völkern oder heutigen Naturvölkern befaßt sich der Priester oft auch mit der Krankenbehandlung auf naturheilkundliche und paranormale Weise. Besonders bedeutungsvoll sind die herausragenden Heilungstaten von Jesus Christus. Sie erfolgten ja u.a., um als sogenannte Wunder den göttlichen Auftrag Christi nachzuweisen. Auffallend ist bei den Berichten über diese Krankenheilungen, wie schnell sie erfolgten und mit welch geringem äußeren Aufwand sie hervorgerufen wurden. Es genügte das Auflegen oder die Berührung mit den Händen oder auch nur ein Befehlswort. Ein Abschnitt aus dem Neuen Testament kann dies verdeutlichen: Matthäus 9, 18 Während Jesus noch so zu ihnen redete, trat ein Vorsteher (der Synagoge) herzu, warf sich vor ihm nieder und sagte: "Meine Tochter ist soeben gestorben; aber komm und lege ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder zum Leben erwachen." Da stand Jesus auf und folgte ihm samt seinen Jüngern. Als Jesus dann in das Haus des Vorstehers kam und die Flötenbläser und das Getümmel der Volksmenge sah, sagte er: "Entfernt euch! Das Mädchen ist nicht tot, sondern schläft nur." Da verlachten sie ihn. Als man aber die Volksmenge aus dem Hause entfernt hatte, ging er (zu der Toten) hinein und faßte sie bei der Hand; da erwachte das Mädchen. Die Kunde hiervon verbreitete sich in der ganzen dortigen Gegend. Als Jesus hierauf von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde, die laut riefen: "'Sohn Davids, erbarme dich unser!" Als er dann in das Haus gekommen war, traten die Blinden zu ihm heran, und Jesus fragte sie: "Glaubt ihr, daß ich (euch) dies zu tun vermag?" Sie antworteten ihm: "Ja, Herr!" Da rührte er ihre Augen an und sagte: "Nach eurem Glauben geschehe euch!" Da taten sich ihre Augen auf; Jesus aber gab ihnen die strenge Weisung: "Hütet euch! Niemand darf etwas davon erfahren." Sobald sie aber hinausgegangen waren, verbreiteten sie die Kunde von ihm in jener ganzen Gegend. Während diese hinausgingen, brachte man schon wieder einen stummen Besessenen zu ihm, und als der böse Geist ausgetrieben war, konnte der Stumme reden. Da geriet die Volksmenge in Staunen und sagte: "Noch niemals hat man etwas Derartiges in Israel gesehen!" Die Pharisäer aber erklärten: "Im Bunde mit dem Obersten der bösen Geister treibt er die Geister aus." So durchwanderte Jesus alle Städte und Dörfer, indem er in ihren Synagogen lehrte, die Heilsbotschaft vom Reiche (Gottes) verkündigte und alle Krankheiten und alle Gebrechen heilte." Auch seine Jünger rüstete Christus mit der Fähigkeit zur Krankenheilung aus. Es heißt: Matthäus 10, 1 Er rief dann seine zwölf Jünger herbei und verlieh ihnen Macht über die unreinen Geister, so daß sie diese auszutreiben und alle Krankheiten und jedes Gebrechen zu heilen vermochten.

- 4 - Die Geistige Heilung im Urchristentum Im Urchristentum wurde die Krankenbehandlung noch als religiöse Betätigung ausgeübt. So heißt es im Brief des Jakobus: Jakobus 5, 14 Ist jemand unter euch krank, so lasse er die Ältesten der Gemeinde zu sich kommen; diese sollen dann über ihm beten, nachdem sie ihn im Namen des Herrn mit Öl gesalbt haben. Alsdann wird das gläubige Gebet den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm Vergebung zuteil werden. Die katholische Kirche hat diese Anweisung zum Sakrament der letzten Ölung umgewandelt, zu der ein Lexikon der katholischen Religion sagt: "In der letzten Ölung wird der dem Tode nahe Christ dazu geweiht, daß er in der freiwilligen Darbringung seines Lebens das häufig in der Eucharistie vollzogene Mitopfer mit Christus im eigenen Tod endgültig wahr mache. Wird in diesem Sakrament unter Umständen auch leibliche Gesundung bewirkt, so hat auch dann Gott das Opfer angenommen, in dem ja das Leben der Entscheidung Gottes überantwortet worden ist." Erst in neuerer Zeit hat die katholische Kirche aus diesem geistlichen Beistand für Sterbende durch Umbenennung in Krankensalbung auch eine Hilfe für nicht Sterbende gemacht. Sind in der katholischen Kirche noch Reste einer Geistigen Heilung vorhanden, so haben alle evangelischen und reformierten Kirchen nur in Sonderfällen derartiges aufzuweisen. Dagegen ist die Geistige Heilung in einigen christlichen Sekten und anderen christlichen Randgemeinschaften sehr stark vertreten, z. B. bei der Christlichen Wissenschaft und bei allen christlichen spiritistischen oder spiritualistischen Gemeinschaften, die es auf der ganzen Welt gibt. Sehr stark sind sie in Brasilien und in England vertreten. Allein London hat über 50 spiritualistische Gemeinden. Sie alle führen Heilungsgottesdienste durch, bei denen Heiler unter Anrufung Gottes göttliche Heilkräfte, meist unter Auflegung der Hände, in ihre kranken Gemeindemitglieder hineinleiten.

- 5 - Die Geistige Heilung an Wunderstätten An sogenannten Wunderstätten, z. B. in Lourdes in Südfrankreich, treten im katholisch-christlichen Bereich ebenfalls außergewöhnliche Heilungen auf, ohne daß hier ein bestimmter menschlicher Heiler anwesend oder erkennbar ist (1). Man schreibt die auftretenden Heilungen der Einwirkung der Jungfrau Maria zu, also der irdischen Mutter Christi, die ja für uns eine jenseitige Wesenheit ist. Der Anteil der körperlich Geheilten unter den vielen Heilungssuchenden in Lourdes ist zwar gering, aber doch nicht zu vernachlässigen. In großem Maße fühlen sich Heilungssuchende jedoch seelisch getröstet und aufgerichtet. • Interessant ist, daß unter den Heilungen ganz bestimmte Krankheiten ausgespart bleiben wie Zuckerkrankheit, schwere Nierenleiden und Krankheiten des Blutsystems. Dagegen gibt es gut untersuchte Fälle, bei denen größere Knochen- oder Gewebsstücke innerhalb von Sekunden ersetzt wurden und große Wunden sich schlossen. Ein besonders eindrucksvoller Fall ereignete sich 1875 gar nicht in Lourdes selbst, sondern bei der Marien-Grotte von Oostakker in Belgien, die eine Nachbildung der Grotte in Lourdes ist (3; 5). Dort wurde ein belgischer Holzarbeiter, Peter de Rudder, geheilt, dem acht Jahre zuvor am 16. Februar 1867 ein fallender Baumstamm den linken Unterschenkel unterhalb des Knies gebrochen hatte, und zwar Schien- und Wadenbein. Es hatte einen offenen Bruch gegeben, der in der folgenden Zeit nicht verheilte, sondern vereiterte. Man konnte das Bein unterhalb der Bruchstelle um 180 Grad drehen und die Knochenenden seitlich herausstehen lassen. Ein 3 cm langes, brandig gewordenes Knochenstück mußte durch Prof. Thiriart aus Brüssel herausoperiert werden. Eine Amputation lehnte der Holzarbeiter aber ab. Er konnte nur mühsam an Krücken gehen, zumal er auch noch einen eiternden Abszeß auf dem Fußrücken bekommen hatte. Eines Tages hörte Peter de Rudder von seltsamen Heilungen bei einer Lourdes Grotte in Oostakker. Am 7. April 1875 ließ er sich in seinem kranken Zustand zu der Mariengrotte in Oostakker bringen, setzte sich dort auf eine Bank und bat um Hilfe und Heilung. Plötzlich fühlte er sich, so berichtete er später, durch eine innere Unruhe angetrieben aufzustehen und ohne Krücken zur Grotte zu gehen. Und das konnte er tatsächlich. Sein Bein war geheilt, und zwar vollständig. Die Wunde hatte sich geschlossen, und das Bein war nicht verkürzt und wieder belastbar. Der jetzt Geheilte konnte sofort nach Belieben gehen und nahm bald darauf seine schwere Arbeit als Holzarbeiter wieder auf. Er starb erst 1898. 14 Monate nach seinem Tod exhumierte man seine Leiche und obduzierte die beiden Unterschenkel. Von den Schien- und Wadenbeinen des geheilten und des unverletzten Beines fertigte man genaue Nachbildungen an, die seitdem in Lourdes hinter Glas ausgestellt sind.

- 6 - Die hier wiedergegebenen Abbildungen zeigen, daß die beiden gebrochenen Knochen ohne Verkürzung zusammengewachsen sind, und zwar so, als ob der Heilungsprozeß sich über viele Wochen hingezogen hätte, als ob die Knochen langsam nachgewachsen wären, aber nicht schön gerade und gleichmäßig, sondern mit einer Wucherung wie bei einem Baum. Hier geschah das jedoch nicht langsam, sondern in Sekundenschnelle. Das ist für uns physikalisch und medizinisch unerklärbar. Man spricht daher von einem Wunder. Bild 1: Peter de Rudder nach seiner Heilung 1875 ohne offene Wunden. Entnommen (3) Bild 2: Die Knochen Peter de Rudders nach erfolgter Ausgrabung 1899. Entnommen (3)

- 7 - Wunderheilung während eines Traums Noch eindrucksvoller und unerklärbarer ist die Wiederherstellung eines amputierten Unterschenkels. Anfang August 1637 geriet ein 18 Jahre alter Spanier namens Miguel Juan Pellicer aus Calanda in Aragonien in der Nähe von Valencia unter die Räder eines beladenen Fuhrwerks. Ein Rad fuhr über den rechten Unterschenkel, wodurch ein offener Bruch entstand (2). Da die Wunde eiterte und nicht heilte, mußte der Unterschenkel Ende Oktober 1637 amputiert werden. Nach Entlassung aus dem Krankenhaus lebte Juan Pellicer zunächst in Saragossa und ernährte sich vom Betteln. 1640 kehrte er zu seinen Eltern, die Bauern in Calanda waren, zurück. Auch dort bestritt er seinen Lebensunterhalt durch Betteln. Am Abend des 29. März 1640 kehrte er nach einer Betteltour müde in sein Elternhaus zurück, nahm gegen 22.00 Uhr seine hölzerne Beinprothese ab und legte sich auf dem Fußboden des elterlichen Schlafzimmers zur Nachtruhe nieder (2, S. 84). Dabei war er nur mit einem Mantel seines Vaters zugedeckt. Als gegen 23.00 Uhr seine Mutter noch einmal zu ihrem Sohn hinblickte, bemerkte sie, daß unter dem Mantel auf einmal zwei Beine hervorschauten, statt zuvor nur eins. Der Vater wurde gerufen und der Mantel völlig aufgedeckt. Dabei stellte man fest, daß tatsächlich beide Beine wieder vollständig vorhanden waren. Nachdem der Sohn geweckt war, gab er an, daß er geträumt habe, in der Gnadenkapelle "Unserer Lieben Frau del Pilar von Saragossa" gewesen zu sein, vor deren Tür er früher als Bettler gesessen und in der er oft um Heilung gebetet hatte. In dieser Kapelle habe er im Traum seinen Beinstumpf mit dem wunderbaren Öl der Marienlampe eingerieben. Danach sei er dann von seinen Eltern geweckt worden. Das regenerierte Bein blieb dauernd erhalten. Die perfekte Gehfähigkeit kehrte jedoch im Gegensatz zu Peter de Rudder erst nach und nach zurück. Das Geschehen erregte natürlich erhebliches Aufsehen. Bild 3 Engel fügen in der Nacht vom 29. März 1640 dem amputierten Juan Pellicer einen neuen Unterschenkel an seinen Stumpf. Entnommen (2)

- 8 - Der zuständige Bischof Apaolaza ordnete eine kanonische Untersuchung an, und am 27. April 1641 proklamierte der Erzbischof von Saragossa das außerordentliche Geschehen zum Wunder. An Medizinern untersuchte u. a. ein deutscher Arzt namens Petrus Neurath den Fall und verfaßte eine Abhandlung unter dem Titel: "Miraculum divae Virginis, quae Caesaraugustae crus puero abscissum restituit anno 1640, 29 martii". Die Abhandlung wurde 1642 in Madrid gedruckt. Da es damals noch keine photographierenden Pressereporter gab, wurde das wunderbare Geschehen von Künstlern in 24 Gemälden bildlich dargestellt, so, wie die Maler sich den Ablauf vorstellten, nämlich, daß geflügelte Engel mit dem amputierten Bein aus dem Himmel herabkamen und es dem Miguel Juan Pellicer wieder ansetzten. Auch König Philipp IV. von Spanien erwies dem Wunder seine Reverenz. Er ließ Juan Pellicer nach Madrid kommen, begutachtete im Beisein des ganzen Hofstaates kniend das wiederangewachsene Bein und küßte es ehrfurchtsvoll. Auch das wurde in einem prächtigen Gemälde bildlich festgehalten. Bild 4 Die Eltern von Juan Pellicer bemerken gegen 23 Uhr in der Nacht, daß ihr Sohn wieder zwei Beine hat. Entnommen (2)

- 9 - Der göttliche Heilstrom Die Wirksamkeit der Geistigen Heilung ist eine Realität. Sie wurde in früheren Zeiten, als es noch keine wirksame Schulmedizin gab, in viel stärkerem Maße angewendet, als es heute der Fall ist. Aber sie hat auch ihre Grenzen, und die sind um so enger gezogen, • je weniger ausgebildet und geeignet der Heiler ist, • je weniger Gottvertrauen er hat und • je weniger er in den göttlichen Heilstrom eingebunden ist. Was es mit einem solchen Heilstrom auf sich hat, habe ich mir von einem jenseitigen Heilgeistwesen einmal erläutern lassen. Ich habe ihn mehr als 20 Jahre lang bei seinen Heilversuchen beobachtet. In dem medialen Kreis, dem ich rund 25 Jahre angehörte, wurde neben der Seelsorge an Verstorbenen (6) in ganz bescheidenem Maße auch geistige Heilung betrieben. Sie wurde, wenn erforderlich, an die Mitglieder des Kreises und ihre Angehörigen oder andere notleidende Personen, die in unser Blickfeld geraten waren, vermittelt. Das geschah mit Hilfe eines Geistwesens, das sich Alberto Petranius nannte und angab, zu irdischen Lebzeiten Italiener gewesen zu sein, Petrugi oder so ähnlich geheißen zu haben und Ende des 17ten Jahrhunderts gestorben zu sein. Er sei aber kein Arzt gewesen und könne sich an sein irdisches Leben kaum noch erinnern. Das sei für ihn bedeutungslos geworden. Es handelt sich hier nicht um eine berühmte Wesenheit mit aufsehenerregenden Heilerfolgen. Außerdem betätigte sich das voll im Beruf stehende Medium, durch das der Heilgeist wirkte, nur alle 14 Tage als Mittler für jenseitige Wesenheiten. Die Heilbehandlung ging so vonstatten, daß der Geist Petranius in eines der beiden anwesenden Medien, einen Herrn mittleren Alters, eintrat und ihn in Halbtrance versetzte. Dann ließ er sich einen feuchten Lappen geben, wusch sich damit die Hände und trocknete sie sich anschließend mit einem Handtuch ab. Darauf rief er in stillem Gebet Gott um seine Hilfe an und bat darum, daß er göttliche Heilkräfte ohne Störungen von Seiten der niederen Geisterwelt empfangen möge und diese auch ohne Störung an den Kranken weiterleiten dürfe. Die Bitte um Störungsfreiheit hat darin ihren Grund, daß die jenseitigen Anhänger der gottfeindlichen Seite oftmals mit aller Kraft Heilungsversuche und auch die seelsorgerische Tätigkeit des Kreises zu unterbinden versuchten. In diesem Fall spürte der Geist, daß er gestört wurde und seine Heilkräfte nicht zu dem gewünschten Ziel gelangten. Er fühlte sich blockiert. Das stille Gebet des Alberto Petranius hörten wir anwesenden Menschen zwar nicht, aber das in Halbtrance befindliche Medium konnte den Inhalt aufnehmen. Nach dem stillen Gebet erfolgte ein meist laut gebetetes Vaterunser. Dann stand der Geist in der Gestalt des Mediums auf, stellte sich hinter den sitzenden Patienten und legte ihm die Hände auf den Kopf. Dazu wurde von einem Kreisteilnehmer laut gebetet, daß göttliche Heilkräfte in den Patienten einfließen mögen. Manche von ihnen spürten das auch und konnten hinterher angeben, welcher Körperteil gerade behandelt wurde. Sie empfanden dann ein starkes Wärmegefühl, z. B. im Bein oder Arm oder auch vorübergehende Magenschmerzen, wenn etwa der Magen erkrankt war.

- 10 - Im Anschluß an eine Heilbehandlung am 27. 8. 1987 im Beisein von zwei Medien, fünf weiteren Teilnehmern und einer Patientin gab Alberto Petranius auf meinen Wunsch folgende Erläuterungen ab (6, S. 137): "Heute habe ich etwas für den Allgemeinzustand der Patientin unternommen. Ich habe nicht gezielt auf den Magen oder die Knie gestrahlt, sondern auf den ganzen Körper. Ich hoffe, daß die Kräfte, die ich empfangen habe, auch dorthin gekommen sind. Ich selber kann nur sagen, daß wir sehr viel weitergeben konnten, und ich habe es durch das Medium gespürt, daß es in der Patientin sehr warm war. Die Kräfte, die ich weitergebe, wurden diesmal nicht gestört. Heute hatte ich das erste Mal das Empfinden eines direkten Verschmelzens mit der Patientin. Ich fühlte mich unmittelbar in der Patientin. Es waren keine Widerstände vorhanden. Übergangslos konnte ich meine Kräfte weitergeben. Das war bisher noch nie in diesem Maße der Fall. Ich wußte gar nicht, ob ich noch im Medium oder in der Patientin war, so ungestört gingen die Kräfte weiter. " Ich fragte Petranius, welche Voraussetzungen aus seiner Sicht für eine erfolgreiche Behandlung erforderlich seien. Er antwortete: "Von meiner Seite sieht es so aus, daß ich das Medium benötige, damit ich überhaupt in Person dieses Mediums hinter einen Patienten treten kann. Wenn ihr Wünsche hattet (damit ist auch die Bitte um Fernheilung gemeint), bin ich immer von dem Medium gerufen worden, und dann hat sich das Medium auf die kranke Person eingestellt. Ich kann alleine, ohne dieses Medium, die Kräfte nicht weitergeben. Das ist sehr schwer zu erklären, weil ihr noch auf der Erde lebt. Ihr werdet das erst später besser verstehen." Die Kraft, die ich empfange, kommt aus allen Richtungen in Form ganz feiner Strahlen. Sie bringen mir die Kräfte, die ich durch das Medium weitergeben kann. Ich bin nicht fähig, diese Kräfte selbst zu erzeugen, sondern ich kann sie nur weitergeben, weil ich dafür geschult bin und mich darauf konzentriere. Darum bitte ich natürlich vorher, wenn wir wissen, daß wir uns mit euch treffen und wenn ihr Heilungswünsche habt. Wenn ich nun Kräfte weitergebe, empfange ich viele feine Strahlen, die aus allen Richtungen kommen. Sie dringen bei mir ein. Ich kann sie selber spüren und kann sie durch die Hände des Mediums weiterleiten. Es ist mir aber nicht möglich zu sagen, aus welcher Richtung ich sie empfange. Ich weiß nur, daß sie von guten Geistern ausgehen, die ich aber nicht sehe. Ich kann nicht am Ende eines Strahles ein Geistwesen oder eine Person wahrnehmen. Die Strahlen kommen aus der Ferne, aus höheren Bereichen, und meinem Gespür nach von weit her. Man hat uns gesagt, daß sie von Geistwesen abgesandt werden, aber wir haben sie noch nicht gesehen." Ich fragte Petranius, ob er für die Aufgabe, die Strahlen zu empfangen, besonders geschult worden sei. Er antwortete: "Bevor ich vor Jahren zu euch kam, merkte ich, daß ich Geistwesen, die krank waren, ab und zu helfen konnte. Ich verspürte also diese besondere Gabe. Ich bin auf Erden kein Arzt oder Heiler gewesen. Ich habe mich auch im Jenseits nicht sofort entschlossen, als Heilgeist zu wirken. Das ist erst im Laufe der Zeit auf mich zugekommen. Da merkte ich, daß ich bestimmte Kräfte unmittelbar weitergeben und damit anderen helfen konnte. Ich habe das dann mehr und mehr ausgebildet und bin schließlich eines Tages bei euch erschienen. Das hat mich damals große Überwindung gekostet, weil ich befürchtete, daß die Menschen, wenn ich mich bei ihnen melde, von mir Wunderdinge erwarten. Stanislaus und Nepomuk (das sind andere helfende Geistwesen) haben mir aber sehr viel Mut gemacht und mir gesagt, daß ich ja nicht zu irgend etwas gezwungen werde. Entweder kommen die Kräfte an, oder sie tun es nicht. Daraus würde mir kein Vorwurf gemacht werden. Ich arbeite sehr gerne mit euch zusammen und bedanke mich für euer Vertrauen. Ich wünsche euch eine angenehme Zeit. Gott schütze und behüte euch. Gott zum Gruß!

- 11 - Die Geistige Heilung als Ergänzung der Schulmedizin So viel zu dem Heilstrom oder den Heilstrahlen, die ein Geistwesen aus höheren Bereichen empfängt und durch einen Heiler oder Medium an einen Kranken weitergibt. Aber das ist kein Allheilmittel, das immer wirkt. Die Schulmedizin hat ja deswegen die Geistige Heilung in so starkem Maße verdrängt, weil sie in vielen Fällen mit viel größerer Sicherheit Krankheiten heilen konnte. Das Zurückdrängen der großen Seuchen wie Pest, Cholera, Typhus, Tuberkulose, Aussatz usw. ist nicht der Geistigen Heilung zu verdanken, sondern den Forschungsergebnissen der modernen Medizin. Eine Blinddarmentzündung, die früher zum Tode führte, kann heute problemlos in jedem Krankenhaus chirurgisch erfolgreich behandelt werden. Aber trotzdem hat auch die moderne Schulmedizin Grenzen ihrer Wirksamkeit, z. B. bei der Multiplen Sklerose, dem Krebs und vielen anderen chronischen Krankheiten. Hier kann durchaus der Versuch gemacht werden, die Geistige Heilung einzusetzen, ohne daß damit nun unbedingt ein "Wunder" garantiert ist. Insbesondere sollte niemand eine schulmedizinische Behandlung versäumen oder abbrechen, nur weil er meint, daß er durch Geistige Heilung vielleicht schneller und bequemer zum Ziel kommt. Wenn sie dann nicht hilft und kostbare Zeit verlorengegangen ist, kann u. U. auch die Schulmedizin nichts mehr bewirken. Als zusätzliche Behandlungsmethode kann die Geistige Heilung aber immer eingesetzt werden. Dabei mögen wir uns erinnern, daß der Heilungsauftrag Christi an alle seine Gefolgsleute und Gläubigen gerichtet ist: Matthäus 10, 8: Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein. Denn: Johannes 14, 12: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich tue, auch vollbringen. Wie so etwas ablaufen kann, ist in der Bibel ebenfalls beschrieben. Im Neuen Testament im Brief des Jakobus Kap. 5, Vers 14 finden wir die Anweisung dazu: Jakobus Kap. 5, Vers 14 Ist jemand unter euch krank, so lasse er die Ältesten der Gemeinde zu sich kommen; diese sollen dann über ihm beten, nachdem sie ihn im Namen des Herrn mit Öl gesalbt haben. Alsdann wird das gläubige Gebet den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm Vergebung zuteil werden. (siehe auch S. 8) Ein anglikanischer Geistlicher John Cameron Peddie hat sich der Heilung als religiöse Aufgabe wieder erinnert, sie ausgeübt und ein Buch darüber geschrieben mit dem Titel "Die vergessene Gabe. Heilen als biblischer Auftrag heute" (4). In diesem Buch sagt er u. a. (S. 49): "Meine Ansicht ist, daß die heilende Kraft Gottes dreierlei tut: Sie versetzt erstens den Patienten in die Lage, mehr Nutzen aus der Behandlung des Arztes zu ziehen, als dies sonst geschehen würde; sie hilft zweitens, die natürliche Heilkraft des Körpers in Bewegung zu setzen; und drittens versorgt die göttliche Kraft ihn mit allem, was er benötigt. Wie Jesus sagte: 'Bei Gott sind alle Dinge möglich' (Matt. 19, 26)." Wenn Sie also krank sind und über die normale medizinische Behandlung hinaus für sich etwas Weiteres tun wollen, so gehen Sie mit dem Buch von Peddie zu Ihrem Gemeindepfarrer und bitten Sie ihn, nach der Anweisung von Jakobus 5, Vers 14 mit Ihnen zu verfahren. Ob der Pfarrer das auch macht, ist allerdings eine andere Frage. Wahrscheinlich glaubt er gar nicht an die Wirksamkeit oder er möchte auch dem Arzt nicht in das Handwerk pfuschen.

- 12 - Wie bringt man einen Pfarrer zum Heilungsgebet? Ein Erlebnis dieser Art hatte eine Dame (Jahrgang 1929), die mir dies am 9. 5. 2003 brieflich schilderte: "Sie wissen ja, daß ich 32 Jahre lang (vom 22. bis 54. Lebensjahr) an Migräne litt, die immer ärger wurde, daß ich mir oft nicht mehr zu helfen wußte. Alle Ärzte, die ich aufsuchte, konnten mir nicht helfen, obwohl sie das ernsthaft versuchten. Da las ich einmal die Stelle in der Bibel, in der Jakobus sagt, (Jakobus 5,14.) wenn man krank sei, soll man die Ältesten bitten und beten usw. Das ließ mich nicht mehr los, zumal mich zuvor auch mehrere Male das Bibelwort: 'Ich bin der Herr dein Arzt', besonders beschäftigt oder angesprochen hatte. So beschloß ich, als unser Pfarrer einmal einen Besuch bei uns machte, ihn darauf anzusprechen. Er war über meine Frage oder Bitte etwas verunsichert, sagte aber dann, er wolle sich einmal im Dorf bei den sogenannten kirchlichen Ältesten darüber kundig machen und mir wieder Bescheid sagen. Ich wartete gespannt, aber es kam keine Antwort, bis heute nicht. Er hatte mich wahrscheinlich schlicht und einfach vergessen. Das war für mich schon enttäuschend, und ein paar Jahre war mir der Mut deshalb vergangen. Doch meine Kopfschmerzen wurden immer schlimmer. So hatte ich dann einmal Gelegenheit, einen berühmten und in kirchlichen Kreisen sehr geschätzten Kanzelredner über mein Anliegen zu fragen. Es war aber nicht Pastor Lubahn, damit da kein Irrtum entsteht, den er nicht verdient hätte. Und jener besagte Pfarrer sagte mir schnell und für mich etwas herzlos, Paulus habe auch einen Pfahl im Fleisch gehabt, den müsse man eben tragen, und ich war abgefertigt. Diese kalte Dusche reichte mir wieder für ein paar Jahre, und meine Migräne war fast nicht mehr zum Aushalten. Da kam einmal ein alter aber entschieden gläubiger Pfarrer zu einer Bibelwoche ins Dorf und der predigte mit großem Ernst von Gottes Heiligkeit, aber auch mit einem so warmen und lebendigen Herzen von Jesus und dessen Erlösergnade und Erbarmen. Darum dachte ich nun zum dritten Mal, den fragst du auch noch, denn der ist anders. Er steht wie der Herr Jesus selbst auf der Kanzel, obwohl er an Gestalt ganz unscheinbar war. Und dieser Pfarrer war ganz lieb, freundlich und barmherzig und sagte sofort, ja, der Herr Jesus kann, wenn es Sein Wille ist, eingreifen, und dann betete er ganz einfach und legte mir die Hände auf den Kopf und sagte, daß der Herr Jesus die Not bei mir sähe und daß wir IHN um Seiner Gnade und Barmherzigkeit willen bitten wollten, mich anzurühren und mich zu heilen, aber wir wollten auch diese Bitte vertrauend in Seine Entscheidung legen und IHM dafür danken, daß wir zu IHM kommen dürften. Einfacher ging es nicht mehr, aber herzlicher auch nicht, das spürte ich, doch es geschah körperlich nichts Besonderes an mir. Nur innerlich war ich durch diese Liebe, die ich empfand, irgendwie heil geworden, und ich dachte, wenn mir Gott das Kopfweh nicht wegnimmt, dann gibt ER mir sicher Kraft zum Tragen. So war es auch, im Herzen waren so ein Friede und eine Hoffnung, die mich getrost machte. Dann, wieder kurze Zeit danach, sagte mein Hausarzt, daß er es nicht mehr verantworten könne, mir die starken Migränemittel aufzuschreiben wegen der Leber, ich solle in eine Psychosomatische Klinik, denn vielleicht hätte die Migräne auch eine seelische Ursache, die man suchen sollte. Dort fand man aber in dieser Richtung gar nichts, aber man stellte fest, daß die Mittel, die mir der Arzt aufgeschrieben hatte, durch die Rückstände, die sie hinterließen, dazu angetan waren, immer wieder den neuen Anfall vorzuprogrammieren. Man setzte sie ab, und die Anfälle hörten auf, und nach etlichen Wochen war ich migränefrei bis heute. Ab und zu habe ich schon nochmals Kopfschmerzen, doch die sind normal wie bei andern auch, wenn man sich mal übernimmt oder erkältet, und da genügt ein Aspirin. Also ich möchte damit bezeugen, der Herr Jesus hat mich zuerst am Geist wirklich geheilt mit Seinem Geist und mich dann zum Arzt geschickt, damit der mich auch noch von den falschen Tabletten befreite, ich will damit sagen, Gott braucht Seine Wunderwege, wenn keine anderen Hilfen mehr da sind und wenn ER helfen will. Aber ER braucht auch Seine Menschen, denen er die verschiedenen Gaben zuteilte, damit wir nicht wundersüchtig werden und der eine für den anderen da ist."

- 13 - Wie kann man sich selbst helfen? Wenn man nun keinen Pfarrer findet, der einem hilft, kann die Bitte um Heilung an Gott auch der Ehegatte, die Eltern oder ein Freund vornehmen. Als unterstützende Behandlung neben normaler Anwendung der Medizin oder Naturheilkunde werden Handauflegen auf den Kopf oder den erkrankten Körperteil und Gebet um göttliche Heilkräfte oft ungeahnte Wirkung erbringen. • Wichtig ist aber bei der Gebetsbehandlung, daß der Erkrankte nicht nur äußerlich sein Leben ändert, indem er krankmachende Lebensumstände vermeidet und Heilmittel zu sich nimmt, sondern auch innerlich sein Leben ändert. Er muß innere Fehlhaltungen abbauen, Hass und Neid verbannen und sein Leben auf Gott ausrichten. Er muß das Gebet des Heilers durch sein eigenes Bitten und durch seine innere Umstellung und das Vertrauen auf Gott unterstützen, allerdings immer eingedenk dessen: "Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe." Wenn jemand nun nicht so recht weiß, was er unter Handauflegen für einen Kranken denn beten solle, folgt für ihn hier ein Gebetsvorschlag: Gottes Kraft fließe in dich ein, als Liebe, die deine Seele erwärmt, als Freude, die dein Herz erfüllt, als Gesundheit, die deinen Körper heilt. Gottes Licht fließe in dich ein, erhelle deine Seele, erfülle dein Gemüt, schenke dir Zuversicht und Vertrauen. Gottes Schutz möge dich umgeben und dich bewahren vor allen Einflüssen des Bösen. Gott gebe dir die Kraft, dein Leben zu ändern und schenke dir Geduld, dein Schicksal zu tragen. Gott stehe dir bei, in aller Not und Traurigkeit und helfe dir, alles Schwere zu erdulden. Doch möge alles so geschehen, wie es Gott für richtig hält. Dieses Gebet kann man auch täglich für sich selber sprechen und statt dich immer mich sagen. Doch wer meint, er könne gegen Geld oder ein oberflächliches Gebet ohne jede sonstige eigene Leistung bei einem Heiler seine Gesundheit zurückkaufen, wird oft sehr enttäuscht werden. Neuzeitliches Anspruchsdenken findet in der Natur häufig keine Erfüllung. Außerdem möge man bedenken, daß eine Krankheit einem Menschen auch als Schicksal auferlegt sein kann, durch das er innerlich reifen soll. In diesem Fall werden Heilungsbemühungen nur sehr begrenzten Erfolg haben und höchstens Linderung verschaffen können.

- 14 - Die Suche nach einem gottesfürchtigen Heiler Wer einen Heiler aufsuchen will, sei es hier in Europa, sei es auf den Philippinen oder in Brasilien, sollte immer versuchen, sich vorher über dessen sittliche und moralische Eigenschaften Klarheit zu verschaffen. Schon beim Besuch eines normalen Arztes ist es angebracht, sich zuvor über seinen Ruf, seine Behandlungsmethoden, Erfolge und Mißerfolge zu vergewissern. Dies gilt in noch stärkerem Maße für jeden geistigen Heiler. Hier geht es nämlich keineswegs nach dem Motto: Wenn es schon nichts nützt, so kann es doch wenigstens nichts schaden. So, wie jedes chemische Medikament seine unangenehmen Nebenwirkungen haben kann, ist u. U. auch bei der geistigen Heilweise langfristig gesehen mit schädlichen Nachwirkungen zu rechnen. Es ist nämlich nicht gleichgültig, woher ein Heiler seine Heilkräfte bezieht. Auch die gottfeindliche, die dämonische Welt hat ihre Priester und Heiler und kann ihre Anhänger gesund machen. Doch hüte man sich, aus diesem Bereich seine Hilfe zu beziehen. Dafür muß unter Umständen später ein Preis bezahlt werden, der dem betroffenen Menschen sehr unangenehm wird. Im günstigsten Fall kann er in vorübergehenden psychischen Störungen und Umsessenheitssymptomen bestehen. Im ungünstigen Fall gehen die Folgen weit über den Tod hinaus. • Man meide auch Heiler, die sich nicht genügend Zeit für die Kranken nehmen, die Massenabfertigung betreiben. • Zu Heilern, die hohe Honorare verlangen (50 Euro und mehr), sollte man ebenfalls nicht gehen. Dr. Wiesendanger berichtet in einer Arbeit über die Schattenseiten geistiger Heiler (9; 10) eine Reihe von Fällen, bei denen sich Patienten mit ihrem Heiler wegen geldlicher und anderer Unregelmäßigkeiten überworfen hatten. Als Folge davon wurden sie, so hatten sie jedenfalls das Empfinden, von dem Heiler schwarzmagisch angegriffen. Sie bekamen Angstzustände und langdauernde, schmerzhafte Beschwerden, für die sich keine medizinische Ursache finden ließ. Daher versuche man, sich bei einem Heiler Klarheit darüber zu verschaffen, wen er als seinen Herrn ansieht: Gott und Christus oder irgendeinen Dämonen, wie es bei den Umbanda-Spiritisten Brasiliens der Fall ist. Ebenso meide man pseudochristliche Sektengemeinschaften, die jede Krankheit als dämonisch verursacht ansehen, den Gebrauch aller Medikamente untersagen, und unter viel Halleluja-Gerufe den Teufel auszutreiben versuchen. Wenn ein Heiler großsprecherisch daherredet, geheimnisvolle oder unverständliche Sprüche murmelt oder gar das "Sechste und Siebte Buch Mosis" benutzt, sollte man ihn auf jeden Fall meiden. Auch von den herumreisenden Schamanen, den neuzeitlichen Hexen, den vielen Magiern und selbsternannten "Parapsychologen", die alle so viel Werbung betreiben, halte man sich fern. Denn was hülfe es dem Kranken, wenn er seine Gesundheit wiedergewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele! * * * * * * *

- 15 - Literaturangaben (1) Le Bec, R., u. Leuret, F.: "Die großen Heilungen von Lourdes im ärztlichen Urteil", Credo Verlag, Wiesbaden 1953 (2) Deroo, André: "L'homme a la jambe coupée", Libraire Artheme Fayard, Paris 1960 (3) Gerloff, Hans: "Die Heilungen von Lourdes im Lichte der Parapsychologie", Verlag Welt und Wissen, Büdingen-Gettenbach 1959 (4) Peddie, J. Cameron: "Die vergessene Gabe", Verlag E. Franz, Metzingen, 2. Aufl. 1980 (5) Rinser, Luise: "In Lourdes geheilt", Welt am Sonntag Nr. 13 vom 30. März 1958, S. 8 (6) Schiebeler, Werner: "Nachtodliche Schicksale. Gegenseitige Hilfe zwischen Diesseits und Jenseits", WerSch Verlag, Ravensburg, 4. Aufl. 1999 (7) Schiebeler, Werner: "Die Geistige Heilung durch Verbindung mit der jenseitigen Welt", WerSch Verlag, Ravensburg, 3. Aufl. 2003 (8) Schiebeler, Werner: "Paranormale Heilmethoden auf den Philippinen", Institut für den Wissenschaftlichen Film, Göttingen 1974 und WerSch Verlag, Ravensburg, 3. Aufl. 2000 (9) Wiesendanger, Harald: "Das große Buch vom geistigen Heilen. Möglichkeiten, Grenzen, Gefahren", Scherz Verlag, 2. Aufl. München 1995 (10) Wiesendanger, Harald: "Schattenseiten. - Können Geistheiler auch krank machen? Hilfesuchende fürchten schwarze Magie", Der Heiler im Wassermannzeitalter, Nr. 9/1999, S. 31-40

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI1MzY3